Immer noch wahr…

Ich habe vor fast genau 15 Jahren ein Gedicht verfasst, das unter dem Titel „Solange“ recht gut beschreibt, was für mich persönlich „Leben leben“ bedeutet.

Es war damals im Rahmen des Buchprojekts „Den Pegasus im Würgegriff“, für mich der Versuch, etwas anzugehen, was mir damals noch schwerer fiel als heute: Gedanken und Gefühle tatsächlich in Worte zu fassen.

Wer vom Typus her eher introvertiert ist, wird dies wohl als lebenslanges Lernfeld haben. „Einfach kann jeder!“ – oder aber, wie ich auch gerne sage: „Aus einem Kartoffelacker kann man über Nacht kein Rosenbeet machen!“

Ja, ganz gewiss hat sich mein Leben und habe auch ich mich seitdem rasant verändert – was sowieso zur Entwicklung dazu gehört. Speziell die letzten Jahre waren von unglaublichen Höhen und ebensolchen Tiefen geprägt – und der Wind wehte schon manchmal ein wenig heftiger, als ich es zuvor gewohnt war.

Faszinierenderweise spiegelt dieser „alte Text“ jetzt jedoch gefühlt noch viel mehr mein Lebensgefühl und die Lust am Leben wider, als zu der Zeit seiner Entstehung.

Diese Tatsache verdanke ich dem Kreis der Menschen – neu hinzugekommen, aber auch im direkten Umfeld verblieben – der mich trägt, zu grobem Unfug verleitet und meine Schwächen „gnadenlos“ zu Stärken erklärt. Das größte Geschenk, das sich Menschen untereinander machen können, ist wohl einander so sein zu lassen, wie man ist.

All jenen zum Gruße, folgt nun das besagte Gedicht… ?

Solange

Solang’ jeden Morgen die Sonne aufgeht
Solang’ auch nur ein Freund hinter mir steht
Solang’ mir der Wind nicht nur ins Gesicht weht
Solang’ glaub’ ich, dass alles gut ausgeht

Solang’ ich brems’ vor jedem Abhang
Solang’ ich immer wieder neu anfang’
Solang’ ich frei entscheide und ohne Zwang
Solang’ bin ich mit mir im Einklang

Solang’ ich mir die Treue schwöre
Solang’ ich nur dein Lachen höre
Solang’ ich gern die Ordnung störe
Solang’ weiß ich, dass ich hierhin gehöre

Solang’ ich für die Wahrheit streite
Solang’ ich Wege neu beschreite
Solang’ ich sieg’ um Haaresbreite
Solang’ schieb’ ich Zweifel beiseite

Solang’ ich gerne alles gebe
Solang’ ich wie auf Wolken schwebe
Solang’ ich nach Idealen strebe
Solange weiß ich, dass ich lebe

S. C. O.